Auf den Spuren der afghanischen Küche

29. Januar 2015

 

„Manto“ und „Palau“ gehören zur afghanischen Küche wie das Schnitzel zur Österreich. Und endlich habe ich einen Ort gefunden, der nicht nur nach Heimat schmeckt sondern sich auch nach Heimat anfühlt.

von Tanya Kayhan

 

Noosh, afghanisches Restaurant
Noosh, afghanisches Restaurant, Wien, (Foto: Tanya Kayhan)

 

Im Noosh ist man mit den Augen, Ohren und dem Magen in Afghanistan, obwohl man mit den Füssen in Österreich bleibt. Ich wollte ein afghnisches Restaurant besuchen, und ich entdeckte das Noosh, das erste afghanische Restaurant in Wien.

 Als ich dort saß und auf die Bestellung wartete, sah ich ein Gemälde an der Wand, das Afghanistan in den 80ern darstellte. Damals war dieses Land ein freies Land, an das ich mich als Kind erinnere. Ich schaute in die stilvolle Fotografien und die Ausstattung des Restaurants, die mich erahnen ließen, dass der Restaurantbesitzer ein Künstler ist. Die Lampen hängen königlich von der Decke. Die Musikinstrumente präsentieren sich in den Vitrinen in ihrer vollen Größe. Das Restaurant  ist in drei Bereiche unterteilt. In einem Bereich gibt es normale Tische, im anderen Couchtische und im dritten Breich Bodenpolster, wo man sich ausruhen und seine Beine ausstrecken kann.

Als ich das angenehme Ambiente dieses Restaurants genoss und dazu leise afghanische Musik hörte, wurde mir ein Teller mit warmen Manto gebracht. Nooshe Jan (Mahlzeit)! sagte der Kellner. Das Manto schmeckte wie bei meiner Mutter und es riecht auch gut.

Kunst und Gastronomie

Noosh ist das erste afghanische Restaurant in Wien, wie der Besitzer Khalid Khoshdel mir erklärt.  „Noosh“, der Name des Restaurants ist die Kurzform von „ Nooshe Jan“, das auf Deutsch „Guten Appetit“ bedeutet. Khoshdel ist ein afghanischer Künstler, der 2012 das Restaurant im 7. Bezirk eröffnete. Er schloss das staatlichen Kunst-Kollege in seiner Heimat ab.  Khaled ist von den Schönheiten seiner Heimat beeindruckt und liebte es bereits als Kind, die afghanische Kultur zu malen. Er wohnt seit 21 Jahren in Österreich und hat an einigen Ausstellungen in Österreich, sogar an einer UN-Ausstellung teilgenommen.

Die Besucher des Noosh werden sich durch die liebvolle Einrichtungen wie in einer kulturellen Oase fühlen. Die meisten Kunden sind keine Afghanen. „Ich fühle mich der Afghanischen Kultur verbunden durch meinen ersten und zweiten Hund, die afghanische Namen hatten.“ sagte etwa die 71 jährige Heide Pulpan. Heide besucht dieses Restaurant nicht nur im Andenken an ihrer Hunde, sondern sie liebt das afghanische Essen und vieleicht auch den sympathischen Wirt.

Gastfreundschaft wird in Afghanistan großgeschrieben. „ Gast ist der Freund des Gottes“ ist eines der afghanischen Sprichworte.

Noosh bietet nur afghanische Speisen an. Auf der Speisekarte gibt es viele kulinarische Schätze zu entdecken. Täglich gibt es ein Tagesmenü. Eine der typischen afghanischen Hauptspeisen ist Palau, das aus naturbelassenem Langkornreis, Zwiebeln, Karotten, Rosinen und Fleisch gemacht wird. Und Manto, die Teigtaschen mit Fleischfüllung und die knackige Linsensauce und Joghurt dazu, mein absolutes Lieblingsessen.

Was mir am besten gefällt ist das angenehme Ambiente und die Gewürze, welche sie zum Kochen  verwendet. Die Preise sind auch nicht so hoch, damit kann jeder einmal afghanisches Essen ausprobieren. Noosh wartet auf euch, um „Nooshe Jan“ zu sagen.

Tanya Kayhan absolviert derzeit die biber-Akademie. Sie ist afghanische Journalistin, die seit vier Jahren in Österreich lebt. Deswegen einfach ein Auge zudrücken, falls ihr den ein oder anderen Fehler in ihren Blogs entdeckt. Aller Anfang ist schwer und ihr seid bestimmt auch keine Profis in Persisch, oder?

Noosh, afghanisches Restaurant, Wien
Noosh, afghanisches Restaurant, Wien, (Foto: Tanya Kayhan)
Khaled Khoshdel, der Besitzer
Khaled Khoshdel, der Besitzer (Foto: Tanya Kayhan)
Heide Pulpan, Gast
Heide Pulpan, Gast, (Foto: Tanya Kayhan)
die Gäste im Noosh
die Gäste im Noosh, (Foto: Tanya Kayhan)
das Manto, afghanische Speise
das Manto, afghanische Speise, (Foto: Tanya Kayhan)

 

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