Große Aufregung um SPÖ „Bauarbeiter“-Plakat

05. August 2020

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SPÖ Plakat
SPÖ

Großer Bizeps, durchtrainierter Oberkörper. Bekleidet mit einem engen weißen Tanktop. Verdreckt und verschwitzt. Körperliche Arbeit, das ist diesem äußerst attraktiven Bauarbeiter deutlich in sein dennoch schüchtern lächelndes Gesicht geschrieben. „Arbeit schaffen“ steht subtil neben ihm. Er soll das Bild des hart arbeitenden Bürgers darstellen. Die Rede ist von einem der neusten SPÖ Wahlplakate, das derzeit für Furore sorgt. Das eigentliche Problem verfehlt die Kritik allerdings.

Denn empört zeigen sich offenbar einige darüber, dass es sich bei dem gezeigten Mann nicht um einen tatsächlichen Bauarbeiter handeln soll, heißt es laut der Krone. „Die Kampagne zeige ausschließlich reale Menschen, die Ludwig unterstützen. Keine Agenturbilder. Auf dem Bauarbeiter-Plakat sei ein Kollege von der Wiener Feuerwehr zu sehen“, ist die Antwort der SPÖ im gleichen Artikel.

Falscher Beruf, falsche Darstellung

Dass für Plakate Models oder Schauspieler genommen ist aber nicht nur vollkommen üblich, sonders auch selbstverständlich. Das macht nicht nur die SPÖ, sondern bestimmt die meisten anderen auch. Etwas anderes anzunehmen, wäre einfach nur naiv. Die Witze darüber sind daher nicht besonders überraschend. „Kein echter bauarbeiter auf einem plakat...also das wird euch jetzt vielleicht schockieren aber leonardo dicaprio war auch net auf der echten titanic“, schreibt etwa eine Userin auf Twitter.

So lustig diese Debatte dann teilweise auch ist, wird dabei das wahre Problem des Wahlplakats übersehen. Nämlich die vollkommen klischeehafte und übersexualisierte Darstellung eines Bauarbeiters.  Erst kürzlich thematisierte biber im Artikel „Mannsbilder“, wie gefährlich unrealistische Darstellungen von Männern sein können. Das ist bei diesem Plakat nicht anders. Der „sexy Bauerbeiter“ wird objektiviert. Aus weiblicher Sicht wäre das etwa so, als würde man eine Krankenschwester mit viel Ausschnitt im kurzen Kleidchen abbilden. In Ordnung ist das aber absolut nicht - weder bei Männern, noch Frauen.

 

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